etienne-van-den-homberghDie Wappen der niederländischen Gemeinden sind alle auf der Wikipedia-Seite „Wappen von A bis Z“ beschrieben. Dazu gehört auch das Wappen der Gemeinde Weert. Zwei auffällige Elemente sollen hier kurz erläutert werden. Das umgekehrte V wird in der Heraldik als „Keper“ bezeichnet, und in der Textilbranche ist ein „Keper“ ein Webmuster. Weert verfügte im späten Mittelalter über eine florierende Tuchindustrie. Die drei Hörner über dem Keper verweisen auf die Grafen von Horn, die lange Zeit die Herrschaft in Weert ausübten. Einen dieser Grafen kennen wir in den Niederlanden nur allzu gut aus der nationalen Geschichte: Im Jahr 1568 wurde er auf dem Grote Markt in Brüssel wegen Rebellion gegen Philipp II. enthauptet.
NLKanaldeckel in Niederlande
etienne-van-den-homberghHeraldry of the World weist darauf hin, dass es sich hier um ein Fusionswappen handelt. Im Jahr 2003 fusionierten die Gemeinden Echt und Susteren. Die eleganten Schwestern aus Susteren erhielten einen dominanten Platz im neuen Entwurf. Sehr subtil sind auch die Erlenzapfen unter dem Schild. Echt lieferte das Schild mit dem großen Andreaskreuz und den zwölf kleinen Kreuzen.
etienne-van-den-homberghDas Wappen ist etwas klein auf dem Deckel abgebildet, was schade ist, denn auf dem Wappen selbst befinden sich etliche Symbole und Figuren. Auffällig ist der Fisch. Das ist ein Barsch. Hinter und über dem Schild befindet sich Johannes der Täufer mit dem Lamm auf seinem Arm. Es gibt eine eigene Wikipedia-Seite zum Wappen von Grubbenvorst.
etienne-van-den-homberghDie Gemeinde Venray hat ein sehr interessantes Wappen entworfen. Der Bienenstock steht symbolisch für die Imkerei, die früher für die Region charakteristisch war. Um diesen Korb herum schwirren zehn Bienen, die nun auf die zehn Dörfer der Gemeinde verweisen – Oostrum ist eines davon. Mit der anderen Darstellung wurde laut dem Wappen-Wiki von Venray ziemlich herumexperimentiert. Die Schlüssel stehen natürlich für den örtlichen Schutzpatron, den Heiligen Petrus. Das merkwürdige Köpfchen zwischen den Schlüsseln könnte vielleicht der Kopf des Gelderländer Löwen sein. Der Kratzer daneben deutet auf einen zunehmenden Mond oder einen „Wassenaar“ hin, der wegen des Roermonder Kapitels dort angebracht wurde.
etienne-van-den-homberghSeit 2022 gehört Boxmeer zur Gemeinde Land van Cuijk; zuvor war es eine eigenständige Gemeinde, die dieses Wappen führte. Allerdings in verschiedenen Varianten, aber immer mit einem Bock darauf. Der Bock verweist auf Jan Bok, den ersten freien Herrn von Boxmeer. Ein schönes Beispiel für ein sprechendes Wappen. Mit einem der Beine dieses Bocks ist allerdings noch etwas los. Neugierig, was? Dann lies weiter auf Wikipedia.
etienne-van-den-homberghDas Wappenwiki weist den Leser ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei dem Oldenzaaler Wappen um das Wappen der Gemeinde und nicht um das der Stadt Oldenzaal handelt. Der Unterschied liegt in den Farben. Der im ersten Feld abgebildete Geistliche ist für Gemeinde und Stadt jedoch derselbe. Es wird angenommen, dass es sich um Bischof Balderik von Utrecht handelt. Im Jahr 954 brachte er Reliquien des Heiligen Plechelmus nach Oldenzaal und gründete dort ein Kapitel. Auf dem Deckel ist Balderik etwas verzerrt dargestellt.